ROCHUS AUST/1. DEUTSCHES STROMORCHESTER
GIRLS & STATIONS · SONGS OF TRANSIT · BOYS DON'T CRY/FEAT. VICENTE

Projekt Travessa da Ermida Belém · Travessa do Marto Pinto · 1300-390 Lissabon · Portugal

Sa 10.09.2016 · 19.00h
1. DEUTSCHES STROMORCHESTER
Fosco Perinti · Stimme
Tobias Hartmann · Elektronik/Detektorposaune
Rochus Aust · Musik/Raumordnung/Detektortrompete

Sa 10.09.2016 - So 30.10.2016
PLAY! MOBILE III (VICENTE-CIRCLES)
Rochus Aust · Musik/Video/Installation

Sa 29.10.2016 · 15.00h
FINNISSAGE/AUTHORS & ARTISTS TALK
Mário Caeiro · Miguel Januário · Rochus Aust


VICENTE
Ein Team um Heather Cornell an der University of Washington fand 2006 durch Experimente mit Masken heraus, dass die Amerikanerkrähen auf dem Campus der Universität in der Lage waren, sich Angreifer zu merken. Sie gaben dieses Wissen sogar weiter. Im näheren Umfeld reagieren bereits nach zwei Wochen 60 % der Krähen auf die Maske des Angreifers. In einer darauf folgenden Studie konnte belegt werden, dass dieses Wissen um die Gefahr sogar an die Nachkommenschaft weitergegeben wurde. Die Krähen der nächsten Generation erkannten die ihnen eigentlich unbekannte Maske ebenfalls als Gefahr.
Raben und Krähen · Wikipedia · 28.06.2016

BOYS DON'T CRY
Auch wenn es sich hier um drei Quotenjungs handelt, ist der Verdacht eines Gender-Projektes unbedingt auszuschließen: Vicente in Lissabon, Casanova in Italien und Schiller in Deutschland: mit dem Einen spielten die Raben, mit dem Nächsten die Abenteuer und dem Dritten wird immer noch mit Preisen übel mitgespielt. Dabei sollten doch alle längst von der Vorverurteilung und Reduzierung durch die Geschichte befreit werden...?

PLAY! MOBILE III (VICENTE-KREISE)
Drei Kreise aus (Kinder)Spielzeugen sind ineinander zu einer dreidimensionale Form geschwungen. Sie gehen mit der Ermida eine homogene Verbindung ein. Jeder Kreis besteht aus verschiedenen Objekten/Materialien, die der Installation eine freundliche Oberfläche geben.
Drei rotierende Video-Projektionen im Zentrum des Raumes bzw. der Kreise, benutzen das Spielzeug als Leinwand und kreieren damit sich bewegende Schatten. Tritt der Betrachter zwischen die Kreise und die Projektionen, wird er geblendet und selbst zur Leinwand.
So sehr die installative Oberfläche Komfort vorgaukelt, so kontrovers fragt das Innere der Projektionen: Gleichgeschaltete Spielzeugsoldaten? Islamistische Schläferinnen? Japanische Faschisten? Sexistische Zebrastreifen? Schriftsprache als Herrschaftswissen?
Jeweils ein Spielzeugkreis steht für einen der Protagonisten: Vicente, Casanova, Schiller. Jeweils eine Videoprojektion für deren Inhalte: Gott, Liebe, Politik. Während die Kreise fixiert sind, wechseln die Videos reihum nach jeder Wiederholung.
Die Musik bewegt sich durch die verschiedenen Zeitalter. Texte von Prudentius (Passio Sancti Vencenti Martyris), Casanova (Geschichte meines Lebens) and Schiller (Der Ring des Polykrates) erklingen sporadisch.
Drei Performer interagieren mit der Musik, den Texten und den Videos in einer Atmosphäre des Fließens und der Rotation von Ideen, Positionen, Persönlichkeiten und Biographien.