DÜSSELDORF
VISION VOM AUTARKEN RUND

Mo 04. November 2013 · 20h
Tonhalle Düsseldorf
Ehrenhof 1 · 40479 Düsseldorf

RE-LOAD FUTURA
Rochus Aust · Komposition/Raumordnung/Video/Flügelhorn
Heinz Friedl · Bassklarinette
Bosco Pohontsch · Trompete
Fosco Perinti · Stimme
Florian Zwissler · Synthesizer
Jonathan Golove · Theremin-Cello
Christoph Burger · Licht
Markus Aust · Klangdesign/Klangregie/Video


VISION DÜSSELDORF
Die Pyramiden von Gizeh, das Colosseum von Rom, das Mörsenbroicher Ei: Welt-Architektur hat sich immer schon an klaren Formen und Strukturen orientiert. Allein die Kugel wurde in letzter Konsequenz gemieden. Denn sie steht niemals still, was für Architekten wiederum unlösbare Konsequenzen auslöste. Bisher, denn nun wird das Undenkbare gedacht und das nicht Machbare gemacht. Mitten in Europa, mitten unter uns, mitten in Düsseldorf.

Hatten die Erbauer des Düsseldorfer Planetariums - der späteren Tonhalle – vorsichtshalber die Hälfte des Gebäudes in die Erde gesetzt, um der Kugel Halt zu geben, wird sie bald von ihren Fesseln befreit werden, denn Stillstand war vorgestern: Die Vision der Kugel als autarker Lebensraum, die Vision von innerer und äußerer Freiheit, die Vision vom Düsseldorfer Rund.

Unabhängigkeit und Selbstgenügsamkeit dürfte die Motivation der Düsseldorfer bei dieser Vision gewesen sein, was ihnen in Zeiten klimabedingter Flusshochwasser und hoch überschuldeter Flussnachbarn kaum zu verdenken ist.
Die Kugel, ringsherum geschlossen, ein perfekter Ort für perfekte Lebensbedingungen: Schutz vor Eindringlingen, außerordentliche Mobilität in zukünftig wasserreichen Gefilden, eigenes Innenklima und höchst geringe Fluchtgefahr für Unehrenhafte.

Dass die eigene Welt in der Alten Welt auch Neider hervorrufen wird, macht diese Vision zum Verkaufsschlager und wird wohl auf das ein oder andere Andockmodul hinauslaufen. Aber auch dafür ist bis 2063 noch genügend Zeit.