15/32 pranzo di scapolo
Repas de célibataire · Junggesellenessen

Abattoirs · Hay Mohammedi · Casablanca
15.10.2010 · 18.00
1
Endlich halte ich sie in den Armen, und sie ist schön, bezaubernd, fleischlich, so dass sie jeden Wunsch heilen kann. Kommt her, sie zu bewundern.

Und es erschien, geheimnisvoll süß und schrecklich, in plastischer Ganzheit: sie. Essbar. Schmackhaft war in der Tat das Fleisch an der Stelle der Kurve, die die Synthese aller Bewegungen der Hüfte bedeutete. Und der Glanz ihres zuckrigen Flaums erregte den Schmelz der Zähne in den aufmerksamen Mündern. Von oben sprach die kugelförmige Süße aller idealen Brüste in geometrischer Distanz zur Kuppel des Bauches, der von den Kraftlinien dynamischer Schenkel gestützt wurde.

Nähert euch nicht! Beriecht sie nicht. Entfernt euch. Ihr habt üble, gefräßige Mäuler. Ihr würdet sie mir wortlos ganz und gar aufessen.

2
Wenn die Neue mit der Dämmerung oder mit der Nacht kommt, werden wir ihr eine künstlerische Morgenröte darbieten, die essbar und wahrhaftig unerwartet ist. Wir arbeiten jedoch nicht für sie. Ihr Mund, so ideal er sein mag, wird wie der einer jeden beliebigen Geladenen sein.

3
Sie hatten dort den süßen Magnetismus der schönsten afrikanischen Träume hineingeimpft. Die schräge Architektur weicher Kurven, die sich gen Himmel fortsetzte, verbarg die Anmut aller weiblichen Füße in einem dichten und verzuckerten Uhrwerk, das, grün von Oasenpalmen, ihre Büschel mechanisch mit Zahnrädern ineinandergreifen ließ. Weiter unten hörte man das geschwätzige Glück paradiesischer Bäche.
Es war ein essbarer, motorisierter plastische Komplex – vollkommen. Ihr werdet sehen: damit wird sie besiegt.

4
Nackte schienen uns immer tragisch gekleidet.

5
In der Morgendämmerung aß er die Kugeln der Brüste mit Muttermilch. Es folgte der Regen vergeblicher Tränen.