KONJUNKTION ACHT
LichtKlangInstallation

27.11.2016-07.01.2017
Lutherturm · Lutherkirche
Martin-Luther-Platz 2-4 · 50677 Köln

In der Astronomie wird eine scheinbare Begegnung zweier Planeten als Konjunktion bezeichnet.

Die Gelehrten grübeln bis heute, ob es sich beim Stern über Bethlehem um den Halleyschen Kometen handeln könnte (der zu dem Zeitpunkt noch nicht so hieß, weil Edmond Halley ihn erst 1705 „entdeckte“), um eine Nova (ein Helligkeitsausbruch aufgrund einer explosiven stellaren Zündung), eine komplexe Konstellation (von Sonne, Jupiter und Venus) oder eine große bzw. mehrere Konjunktionen (zwei bzw. mehrere Planeten stehen so zu-/bei-/voreinander, dass sie als ein Stern wahrgenommen werden).

In der Logik wird eine bestimmte Verknüpfung zweier Aussagen ebenfalls als Konjunktion bezeichnet und in der Linguistik sind Konjunktionen Bindewörter wie „und“, „weil“, „obwohl“.
Es ist Advent, und ein Stern erscheint.
Es ist ein Weihnachtsmarkt, weil Advent ist.
Ein Stern erscheint, obwohl ein Weihnachtsmarkt ist.
(In der klassischen Logik ist die Konjunktion zweier Aussagen genau dann wahr, wenn beide verknüpfte Aussagen wahr sind.)

Acht gelbe Rohre führen aus der Türe des Lutherturmes an die Säulen des Innenhofes. Durch die Rohre laufen Kugeln (gelegentlich im Turm in genauer Reihenfolge eingeworfen). Die Kugeln fallen beim Austreten aus dem Rohr jeweils auf einen Klangstab/Glockenspielton. Die acht Töne, die erzeugt werden, ergeben (augmentiert/fragmentiert) die erste Zeile des Chorals „Wie soll ich Dich empfangen, und wie begegn ich dir?“ aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach. Die Klänge enden am 24. Dezember mit Einbruch der Dunkelheit, dem Zeitpunkt, ab dem die Installation beleuchtet wird.